Anton Ottmann (04.05.20)

 „Die Schüler sind sehr diszipliniert und halten sich an die Hygienemaßnahmen. Alle versuchen das Beste aus der Situation zu machen und sind sehr motiviert die Prüfungen gemeinsam zu meistern.“ So kommentierte der Schulleiter der Louise-Otto-Peters Schule Oliver Wetzel den Schulbeginn am Montag, den vierten Mai.

Wie an allen anderen beruflichen Schulen wurde auch hier mit den Prüfungsklassen gestartet, was organisatorisch weit komplizierter ist als an den allgemeinbildenden Schulen. Neben einer Abiturklasse gibt es hier Schüler, die in einem „Vorqualifizierungsjahr“ ihren Hauptschulabschluss nachholen oder verbessern und welche, die in einer zweijährigen Berufsfachschule die mittlere Reife absolvieren. Auch die Prüfungen zum Erzieher-Beruf, die zur „Fachpratikantin für Hauswirtschaft“ und die zum „Fachwirt für Organisation und Führung“ wird an dieser Schule abgelegt.

 Wie von der Schule zu erfahren war, werden zunächst zwei Wochen lang nur die prüfungsrelevanten Fächer unterrichtet. Dies geschieht jeweils in zwei Gruppen, sodass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Außerdem wurden die Schülerinnen und Schüler vor Beginn des Unterrichts über die Hygieneregeln aufgeklärt.

 Schüler, die zu Risikogruppen gehören, sind von der Präsenzpflicht befreit.  Gleiches gilt, wenn im Haushalt Personen (Eltern, Geschwister) leben, die einer Risikogruppe angehören. Volljährige SchülerInnen entscheiden in dem Fall selbst, ob sie zur Prüfungsvorbereitung an die Schule kommen oder weiterhin zuhause über das Internet beschult werden möchten. Entsprechendes gilt für schwangere Schülerinnen. Bei Minderjährigen mit relevanten Vorerkrankungen entscheiden die Erziehungsberechtigten über die Teilnahme am Unterricht.

 Eine kleine Umfrage unter Schülern hat ergeben, dass sie froh sind, „wieder in die Schule zu dürfen.“ Alle seien glücklich und es werde ganz viel gelacht. Aus Schülermund völlig ungewohnt ist zu hören, dass sie sich auch auf ihre Lehrer gefreut und diese als „besonders aufmerksam“ wahrgenommen hätten. Allerdings wird „alles als umständlicher, neu und komisch“ empfunden. Ungewohnt ist das Tragen von Gesichtsmasken innerhalb des Gebäudes und auch noch beim Austeilen von Arbeitsblättern, bevor sie dann während des Unterrichts abgelegt werden dürfen. Leichtes Erstaunen, dass tatsächlich alle angekündigten Hygienemaßnahmen auch schon perfekt vorbereitet seien. Die Schüler sitzen einzeln mit Abstand an größeren Tischen so im Raum verteilt, dass maximal 15 Schüler unterrichtet werden können, wird berichtet. In den Klassenzimmern seien Einmalseife und Einmalhandtücher in ausreichender Zahl vorhanden, und die Toiletten, die nur von zwei Schülerinnen gleichzeitig aufgesucht werden dürfen, sind mit Hinweisschildern versehen. Beeindruckt war man, dass dort sogar Desinfektionsmittel bereitstehen. Schwer fällt der Hofgang „zum Sauerstofftanken“, der nur in Zweiergruppen und unter Abstandswahrung erlaubt ist.

 Alle Klassen, für die in diesem Jahr keine Prüfungen vorgesehen sind, werden weiterhin zuhause über digitale Lernplattformen unterrichtet. Die betreuenden Lehrer halten mit ihren Gruppen Videokonferenzen ab, um in Kontakt zu bleiben und Hilfestellung bei der Bewältigung der gestellten Aufgaben zu leisten.