bao (21.01.15) Die Klasse 3BFA3 nahm am Infotag zur kultursensiblen Pflege in Mannheim teil. Begleitet wurde die Abschlussklasse der Berufsfachschule für Altenpflege von den Fachlehrerinnen Sabine Müther und Hannah Barron. Unsere Reflexion des Tages: Zu neunzig Prozent wurde das in der Schule unterrichtete wiederholt, bestärkt und vertieft.

 

In einem persönlichen Gespräch mit Frau Zanier (Präventive Altenhilfe und Forum für eine kultursensible Altenhilfe Caritasverband Frankfurt e.V.) bestätigte sie, dass der Begriff „kultursensibel“ lediglich auf „ Kultur“ ausgeweitet wurde. Denn grundsätzlich sollte die Altenpflege sensibel sein. Egal ob ich Einheimische oder Migranten pflege.

Bei „sensibler Pflege“ geht es vielmehr um den Bewohner und um seine Gewohnheiten, seinem Ursprung, seine Prägungen und nicht zuletzt die kulturellen Gegebenheiten. Dies bedeute, dass ein überarbeitetes Rahmengerüst – also mehr Zeit, mehr Personal und mehr Geld - benötigt wird und die Pflege attraktiver gemacht werden müss.

Dies wurde sehr deutlich in den Gesprächen mit den beiden Ministerinnen Katrin Altpeter (Ministerin für Arbeit und Sozialordnung und Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg) und Bilkay Öney (Ministerin für Integration Baden-Württemberg). Aus diesem Grunde wäre es für die Zukunft eine Anregung die Kultur und Geschichte der BewohnerInnen besser kennen zu lernen und in diesem Zusammenhang nicht nur die Religion sehen.

Sämtliche Broschüren und Flyer an den Ausstellungsständen waren in mehreren Sprachen vorhanden. Auch der vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) zum Thema Informationen zur Pflegebegutachtung.

Wir durften an verschiedenen Foren teilnehmen. Unsere Neugierde wurde geweckt und wir haben daraus Folgendes mitgenommen: Betroffene Migrantinnen und Migranten erreichen und ihnen gerecht werden - aber wie? Die Tabuisierung des Themas „Alter“ und „Pflege“ wird von den Migratenorganisationen gelockert bzw. die Betroffenen werden dazu sensibilisiert.

Diese Organisationen haben erkannt, dass die Betroffenen sich aus Scham sich mit dem Thema beschäftigen und keine Hilfe suchen. Dies wird nun geändert, indem die Organisationen auf die Migranten zugehen.

So gehen die Organisationen z.B. in die italienische Kirche, hier finden gemeinsam die Infoveranstaltungen statt, hier liegen Flyer raus, hier werden die meisten der Migranten angetroffen und sensibilisiert. Aufgebaut wurde diese Organisation über die italienische Rentenberatung.

Bei der türkischen Organisation für Migranten begann sie über Nachbarschafts- und Behindertenhilfe. Auch hier ist man auf die Menschen zugegangen. Bedingt durch die mangelnde kommunikative Vernetzung setzt man hier den Schwerpunkt auf Mundpropaganda. Hier konnten innerhalb eines Jahres 60 Familien betreut und unterstützt werden.

Anja van Lunteren (3BFA3)