jur (08.07.14) GERT ist ein Gerontologischer Testanzug, der das Alt sein simuliert. Als Altenpflegeschüler werden wir täglich mit dem Alter und dessen Einschränkungen konfrontiert. Doch wie fühlt sich das an?

 

Unsere Klasse, die 3BFA1/1, hatte unter Anleitung unserer Lehrerin Hannah Schlumberger die Gelegenheit, das am eigenen Leib zu erfahren. Meine Mitschüler legten mir erst mal die schwere Weste um, dann kamen Gewichte an Armen und Beinen dazu.

Ich bekam Bandagen angezogen, die meine Gelenke versteifen sollten. Es kamen noch Schuhe dazu, die meinen sicheren Gang beeinflussten. Es wurde wackelig. Und zum Abschluss bekam ich eine Brille und einen Hörschutz auf.

Nun musste ich erst mal aufstehen. Die ersten Meter waren noch recht einfach. Meine Mitschüler begleiteten mich auf den Flur, durch die Brille die den grauen Star simulierte konnte ich im Schattenbereichen fast gar nichts mehr erkennen.

Dann kam die Treppe, die sehr dunkel ist. Da konnte ich schon keine Stufen mehr sehen. Meine Begleiter sprachen mit mir und erklärten mir jeden Schritt. Doch durch den Hörschutz war ich schwerhörig und verstand nur teilweise, was sie sagten.

Es kam ein ungutes Gefühl in mir hoch. Ich war auf Hilfe anderer angewiesen. Die Gewichte an mir lösten ein beengendes Gefühl aus. Ich vertraute meinen Mitschülern und hoffte einfach nur heil die Treppe runter zu kommen.Endlich im Foyer angekommen, konnte ich das Alter ausziehen.

Einige meiner Klassenkameraden trugen ebenfalls den Anzug. Es war wirklich interessant zu sehen wie jeder anders damit umging. Deutlich zu sehen bei allen war die Veränderung der Körperhaltung, Bewegung und Wahrnehmung, die sich durch die Einschränkungen änderten.

Zum Schluss waren aber alle glücklich das Alter wieder ausziehen zu können. Ein Tag mit GERT macht sehr viel Spaß, aber auch deutlich, wie Veränderungen im Alter sein können. Diese Erfahrung hilft uns das Befinden ältere Menschen besser verstehen zu können.