Carina und Carola Menzel (20.05.2018) Einmal in der Riege der Minister und Regierungschefs ganz oben stehen, Reden vor der UNO-Generalversammlung halten, die Weltwirtschaft und das politische Geschehen rund um den Globus selbst mitbestimmen – klingt nicht nur super-spannend, sondern war es auch!

 

Diese einmalige Erfahrung durften wir, die Schüler der J2, in der vergangenen Woche beim Pol&Is-Planspiel selbst erleben und möchten sie auf diesem Wege mit euch teilen.

 

Am Montag, den 7.05.2018 ging es früh morgens los und nach zwei Stunden Busfahrt durch traumhafte Landschaften waren wir am Ziel unserer Reise angekommen: die – zur Freude aller – sehr moderne Jugendherberge lag auf einem Berg inmitten unberührter Natur – und um die Idylle perfekt zu machen, ruhte im Tal zu unseren Füßen das Städtchen Wolfstein.

 

 

 

Doch wir waren nicht zum Wandern hier, in den kommenden Tagen wartete ein straffes Programm auf uns. Herr Kling und Frau Whelan, Jungoffiziere der Bundeswehr, warteten bereits auf uns und sie hatten etwas ganz Besonderes vor.

 

Zunächst wurden die Vertreter der Weltpresse, der Weltbank, der NGOs (Greenpeace und Amnesty International) und die Generalsekretäre gewählt, anschließend wurden wir per Zufall verschiedenen Ländern und wiederum unseren Rollen zugeteilt. Jedes Land (unsere Welt war in acht Länder aufgeteilt) verfügte über einen Regierungschef (der außerdem Umweltminister war), einen Staatsminister und einen Wirtschaftsminister.

 

Unsere Aufgabe in den nächsten Stunden? Politik machen!

 

Wir wurden in unsere Pflichten eingeführt und ab diesem Zeitpunkt hing das Schicksal unserer Welt einzig und alleine von uns ab...

 

 

 

Den Regierungschefs wurde die Aufgabe zuteil, Umweltprotokolle zu schreiben, durch die wir bestimmen konnten, was zwecks Umweltschutz in unserem Land getan wurde, außerdem konnten wir Politikprogramme verfassen, in denen wir unsere politischen Ziele und Maßnahmen erläuterten, welche wir im kommenden Jahr (ein Jahr dauerte etwa einen halben Tag) durchsetzen wollten.

 

Die Staatsminister versammelten sich in einem separaten Konferenzzimmer um eine riesige Weltkarte – und ab sofort hing die Sicherheit der Erde ganz allein von ihnen ab! Wo sind die heißesten Krisenherde am Brodeln, wo die gefährlichsten Piraten auf See? Die Nationen müssen hier nicht nur zusammen arbeiten, sie müssen auch noch kämpfen. Panzer, Flugzeuge oder Diplomaten müssen in die Kriegsgebiete entsandt werden, schließlich betreffen der Terror in Arabien oder die Überfälle an der Westküste Afrikas nicht nur ein einziges Land! Die Gefahren müssen mit Fliegern „aufgeklärt“ (d.h. entdeckt) werden, anschließend kommen die Land- oder Seestreitkräfte ins Spiel und per Würfel wird der Ausgang der garantiert nicht ohne Folgen bleibenden Kämpfe schlussendlich entschieden.

 

Aufrüsten? Abrüsten? Dem Atomabkommen beitreten?

 

Das dürfen die Staatsminister allerdings nicht alleine bestimmen, hier muss sich erst einmal mit den Wirtschaftsministern über die Kapazität an POL&IS-Dollars abgesprochen werden.

 

Doch die sind auch mehr als nur beschäftigt: an der Börse wird gemeinsam mit der Weltbank fleißig spekuliert, gehandelt und Geld gemacht.

 

 

 

Anschließend ging es wieder in die Generalversammlung, jetzt wurden Verträge über Rohstoff- Agrar- oder Industriegüter abgeschlossen, die NGOs sammelten eifrig Spenden und die Weltpresse steckte mal hier, mal dort ihre Nase in die Verhandlungen, um einen Einblick in Interessantes oder möglicherweise Skandalöses zu bekommen. Reden wurden gehalten (vor allem Afrikas „Wir sind nicht arm!“-Ansage wird in Erinnerung bleiben...), die Weltbank gab einen Überblick über den Finanzhaushalt der Länder und die NGOs sprachen ihr Lob, bzw. Tadel gegenüber der Umweltpolitik aus - Japan erhielt für sein grünes Händchen sogar eine Ehrenurkunde.

 

 

 

Nachdem auch die Weltpresse nicht nur via Twitter, sondern auch mit ihrem Bericht über das  Weltgeschehen informiert hatte, durften nun Anträge gestellt werden.

 

Vor allem der Nordpol löste hitzige Diskussionen aus – befinden sich unter den Eisschichten doch massive Rohstoffgüter... Nach mehreren Anträgen und nervenaufreibenden Diskussionen mit der UNO, nachdem ein Vertrag gekippt und neue Vorschläge abgelehnt wurden, der Nordpol unrechtmäßig zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde und und und... schickten einige Länder ihre Schiffe ungeachtet dessen dann doch los und bekamen es mit dem Rest der Generalversammlung zu tun...

 

Am Ende des „Jahres“ bekamen wir eine Tagesschau gezeigt, in welcher die Folgen unseres politischen Vorgehens aufgezeigt wurden und die sogleich unsere Herausforderungen fürs nächste Jahr ankündigte...

 

 

 

Die Abende ließen wir gemeinsam am Lagerfeuer und in guter Stimmung ausklingen und stiegen nach drei Tagen nicht nur übernächtigt, sondern vor allem mit einer Erkenntnis in den Bus ein: Politik ist mehr als nur Reden halten und Verträge unterzeichnen, es ist viel mehr ein riesiges Miteinander der ganzen Welt, an dem wir alle aktiv teilnehmen können!

 

In diesem Sinne auch noch einmal vielen Dank an Frau Neuhaus und Frau Pelzl, die uns dieses spannende Abenteuer ermöglicht haben und ebenso an Frau Whelan und Herr Kling von der Bundeswehr!