mue (24.02.2016) Die Firma ICL ist ein weltweit agierender israelischer Chemie-Konzern, der in Ladenburg den Schwerpunkt ICL Food Specialties (BK Giulini GmbH) ausgebaut hat. Im letzten Jahr wurde dort ein neues analytisches Labor eröffnet.

Einen spannenden Tag lang schnupperten Schülerinnen der Louise-Otto-Peters-Schule aus Wiesloch dort den „Duft der großen, weiten Industriewelt“. Der Leiter des Ausbildungsbereichs, Herr Gabriel, hatte für den Ernährungslehre-Kurs des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums und die begleitende Lehrerin Dorothea Müller ein abwechslungsreiches Programm organisiert.

In einem Überblicksreferat wurde klar, dass eine Stärke der Firma darin besteht, von den Rohstoffen bis zum fertigen Produkt alles in einem weltweiten Konzern zusammengeschlossen zu haben. Bei ICL Food Specialties dreht sich alles um Textur, Stabilität und Haltbarkeit von Lebensmitteln.

Zergeht der Schmelzkäse auf der Pizza so, wie es sich der Verbraucher wünscht? Übersteht er nach dem Einkauf einige Stunden im warmen Auto ohne zu verderben? Hat das Softeis die erwartete Konsistenz und den richtigen Geschmack? Auf solche und ähnliche Fragen versuchen Lebensmittelchemiker und -technologen Antworten zu finden und Lösungen anzubieten.

Im Anwendungstechnischen Labor beobachteten die Schülerinnen in einer Präsentation die Wirkung der Phosphate bei der Herstellung von Schmelzkäse und stellten fest, dass es auch hier ohne ein bisschen Mathematik nicht geht. Im analytischen Labor tummelten sich Geräte wie Massenspektrometer, Kalorimeter und Gaschromatograph, von denen im Chemie- und Ernährungslehre-Unterricht mal die Rede war, die aber jetzt zum Anfassen da standen.

Es hätte sowohl den Zeitrahmen als auch das Aufnahmevermögen überfordert, noch die Labore zur Qualitätskontrolle und die Produktionsanlagen zu besichtigen. Auch so wurde deutlich, dass der Schwerpunkt der Produktforschung in den Laboren darauf liegt, Lebensmittelfirmen Zusatzstoffe anbieten zu können.

Diese sollen die Technologie der Lebensmittelherstellung erleichtern und die Produktion von Lebensmitteln ermöglichen, die in ihrer Beschaffenheit und Haltbarkeit den jeweiligen Anforderungen entsprechen. Ob man diese hochverarbeiteten Lebensmittel dann in seine Ernährung einbezieht, kann jeder informierte Verbraucher selbst entscheiden.

Nicht nur dieser Aufklärung diente die Veranstaltung, sondern auch dem Aufzeigen vielfältiger beruflicher Möglichkeiten in der Firma. Nach einem leckeren Mittagessen stellten Azubis aus jeder Sparte ihren Ausbildungsberuf vor – eine gut gelungene Information, die einiges Interesse geweckt hat.

Wir danken allen Beteiligten der Firma ICL, die sich mit viel Zeit, großer Freundlichkeit und Sachverstand unserer Gruppe heute angenommen haben.

Geschmacksvergleich Schmelzkäse – veganer „Käse“, in dem nicht die Spur Käse enthalten ist.

Die Schülerinnen versuchten olfaktorisch die Zusammensetzung unbekannter Gewürzmischungen herauszufinden. Mit Hilfe des Gaschromatographen wurde nachgeprüft, ob sie mit ihren Vermutungen richtig lagen.

Das Verfahren der Gelelektrophorese zur Auftrennung von Proteinen kannten einige Schülerinnen bereits vom Besuch der Explo mit ihrem Bio-Kurs.